Haarausfall bei Männern

Die Kopfhaare sind ein wesentliches Element im Erscheinungsbild eines Mannes. Ein voller Haarschopf signalisiert Vitalität und Jugend, nicht nur in jungen Jahren. Ein Mann mit vollem Hauptjahr wird jünger eingeschätzt als ein Gleichaltriger mit geringerer Haarpracht. Auch traut man Männern mit vollem Haar ein höheres Selbstbewusstsein zu – ein wesentlicher Aspekt für den Erfolg im Berufs- und Privatleben.

Zu diesen sozialen Wirkungen gibt es zahlreiche Studien. In einigen Kulturen wurde dem Haupthaar sogar eine magische Wirkung zugeschrieben. Denken Sie nur an die alte Geschichte von Samson, der seine enormen Kräfte verlor, nachdem Delilah ihm heimlich die Haare abgeschnitten hatte…

Bei den meisten Männern stellt sich früher oder später der Haarausfall ein. In Mitteleuropa sind schätzungsweise 80% aller Männer betroffen, einige sogar schon, bevor sie das zwanzigste Lebensjahr erreicht haben. Für manche Betroffene kann dies eine starke psychische Belastung bedeuten. Ein angeschlagenes Selbstbewusstsein kann sich unter Umständen in eine Depression entwickeln, soziale und berufliche Auswirkungen haben.

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Mythen um den Haarausfall

Um den Haarausfall (Alopezie) ranken sich viele Mythen. Beispielsweise, dass nur Männer davon betroffen sind. Das stimmt so nicht, allerdings tritt Haarausfall bei Frauen meist später und nicht so häufig auf. Das Tragen von Hüten und Mützen schadet dem Haar nicht – im Gegenteil, es schützt die Kopfhaut und das Haar vor Witterungseinflüssen und schädlicher UV-Strahlung. Auch das Bürsten, Föhnen und Färben der Haare tragen nicht zum Haarausfall bei, so lange geeignete Pflegeprodukte verwendet werden.

Die Fakten

Der Mensch hat etwa 100.000 bis 150.000 Haare auf dem Kopf. Die Anzahl ist genetisch bedingt und je nach Haarfarbe unterschiedlich, wobei blonde Menschen durchschnittlich die größte Zahl vorweisen können. Auch die Dicke der Haare variiert und ist genetisch vorgegeben.

Jedes einzelne Haar durchläuft in einem Zyklus drei Phasen – eine Wachstumsphase, die drei bis sieben Jahre andauern kann, eine Ruhephase und Abstoßungsphase. Dieser Zyklus kann sich bis zu zwölf Mal im Leben wiederholen. Da sich nicht alle Haare gleichzeitig in derselben Phase befinden, fallen täglich etwa 70 – 100 Haare aus, die Gesamtzahl bleibt annähernd konstant. Der Verlust von 70 – 100 Haaren täglich ist völlig unproblematisch und normal, da aus jeder noch intakten Haarwurzel normalerweise ein neues Haar nachwächst. Erst wenn die Zahl der ausfallenden Haare deutlich höher ist, beginnt sich das Haupthaar zu lichten. In den meisten Fällen entstehen zunächst Geheimratsecken. Danach fällt das Haar vermehrt am Hinterkopf aus und lässt eine Tonsur entstehen, die sich allmählich ausbreitet. Über die Halbglatze schreitet diese Entwicklung fort, bis schließlich nur noch ein seitlicher Haarkranz übrig bleibt.

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Ursachen für den Haarausfall

Erblich bedingter, bzw. androgenetischer Haarausfall

Die wohl häufigste Ursache für Haarausfall ist mit einem Anteil von über 90% die erblich bedingte Überempfindlichkeit gegen Androgene. Zu diesen männlichen Sexualhormonen gehört auch das Testosteron.

Aus Testosteron entsteht als Stoffwechselprodukt das Steroidhormon Dihydrotestosteron (DHT), welches störend in den Wachstumszyklus des Haares einwirkt – mit dem Resultat des Haarausfalls. Der Haarausfall vollzieht sich nicht schlagartig, sondern als ein schleichender Prozess, da sich die Haare nicht alle in der gleichen Entwicklungsphase befinden und zudem unterschiedlich stark auf die Wirkung von DHT ansprechen.

Alopecia areata – kreisrunder Haarausfall

Alopecia areata, oder der kreisrunde Haarausfall ist ein entzündlich bedingter Haarausfall, der meist am Kopf auftritt. Er kann völlig unvermittelt und in jedem Alter einsetzen, selbst bei Kindern. Man geht davon aus, dass es sich hierbei um eine Autoimmunreaktion handelt, bei der das eigene Immunsystem die Haarwurzeln als fremd ansieht und abstößt. Es gibt bisher keine Erklärung dafür, was diese Reaktion auslöst. Stress wird oft als mögliche Ursache erwähnt, was jedoch bisher wissenschaftlich nicht eindeutig nachgewiesen werden konnte. Da es sich um eine Autoimmunkrankheit handelt, sollte auf jeden Fall fachärztlicher Rat eingeholt werden. Weitere Informationen und Hilfe sowie eine Liste von Ärzten, die mit dieser Krankheit Erfahrung haben, finden sich auch auf der Internetseite einer Selbsthilfeorganisation.

Haarausfall als Nebenwirkung von Krebsbehandlungen

Eine Chemotherapie und Strahlenbehandlung bei Krebsleiden ist oft von Haarausfall als Nebenwirkung begleitet. Oft gehen sämtliche Körperhaare dabei verloren. Allerdings ist nicht jede Chemotherapie gleichermaßen aggressiv.

Für Patienten, die angesichts dieser Krankheit ohnehin einer großen psychischen Belastung ausgesetzt sind, ist dieser Verlust ein traumatisches Erlebnis. Zwar beginnen etwa einen Monat nach Beendigung der Therapie die Haare in der Regel wieder zu sprießen, wenn auch nicht in der gewohnten Farbe und zunächst stark gekräuselt. Individuell verschieden, vergeht immerhin ein halbes bis ganzes Jahr, bis man sich wieder mit dem eigenen natürlichen Haar sehen lassen möchte.

Für die meisten Krebspatienten ist es sehr wichtig, Abstand von der Krankheit gewinnen und sich im sozialen und beruflichen Umfeld bewegen zu können, ohne ständig mit mitleidigen Blicken und Fragen konfrontiert zu werden.

Glücklicherweise wird von den meisten Krankenkassen ein Zuschuss für eine Perücke bezahlt, so dass diese Patienten die haarlose Zeit – von der Umgebung weitgehend unbemerkt – überbrücken können.

Diffuser Haarausfall

Der diffuse Haarausfall beschränkt sich nicht auf bestimmte Stellen wie bei dem kreisrunden Haarausfall oder auf Geheimratsecken oder Tonsur, die bei dem androgenetischen Haarausfall typisch sind. Vielmehr dünnt das Haar in seiner Gesamtheit aus. Ein vollständiger Haarausfall tritt jedoch nur selten auf.

Die Ursachen für den diffusen Haarausfall können sehr unterschiedlich sein:

  • Genetische Disposition, siehe hierzu auch eine Studie der Universitäten Bonn und Düsseldorf
  • Psychische Ursachen wie Stress oder Depressionen
  • Hormonelle Veränderungen, etwa bedingt durch eine Fehlfunktion der Schilddrüse
  • bestimmte Medikamente wie Betablocker und ACE-Hemmer zur Blutdrucksenkung, Lipidsenkende Mittel (gegen hohe Cholesterinwerte)
  • Umweltschäden oder Vergiftungen durch Schwermetalle wie Quecksilber, Insektizide, Weichmacher in Kunststoffprodukten, aber auch UV Strahlung
  • Mangelhafte Ernährung, Unterversorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, einseitige oder extreme Diäten
  • Hauterkrankungen, wie z.B. Schuppenflechte (Psoriaris) oder eine Pilzinfektion

Werden die Ursachen rechtzeitig beseitigt, kann meist der Haarausfall gestoppt werden und im günstigsten Fall wachsen die Haare wieder nach.

Fazit

Haarausfall muss nicht unbedingt ein unabwendbares Schicksal bedeuten. Zunächst sollten die Ursachen von einem Dermatologen abgeklärt werden, da sie möglicherweise gut zu behandeln sind. Selbst ein genetisch bedingter Haarausfall kann unter Umständen medizinisch verzögert werden.

Als Ergänzung der Therapie oder Alternative dazu bieten sich Haarteile oder Toupets an. Ihr Zweithaar-Spezialist berät Sie umfassend bei der Auswahl Ihres Haarersatzes, passt ihn fachgerecht und perfekt in Farbe und Form an. So vermitteln Sie schnell wieder den Eindruck von Gesundheit und Vitalität und gewinnen Ihr Selbstbewusstsein zurück.

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