Haarausfall bei Frauen

Für fast alle Frauen sind ihre Haare ein sehr wichtiges Kriterium der eigenen Identität – weit mehr noch als für Männer. Sie geben eine Signalwirkung für Gesundheit, Gepflegtheit, Weiblichkeit und Attraktivität. Nicht zuletzt deswegen verbringen Frauen wesentlich mehr ihrer Lebenszeit (kumuliert mehrere Monate) beim Frisör als Männer und geben auch wesentlich mehr Geld für Pflegeprodukte aus.

Es ist daher ganz natürlich, dass ein eventueller Verlust der Haare eine wesentlich größere psychische Belastung für eine Frau darstellt als für einen Mann. Glücklicherweise sind Frauen aber deutlich weniger und meist später als Männer von Haarausfall betroffen. Während ungefähr 80 bis 90 Prozent aller Männer irgendwann unter Haarausfall leiden, sind es bei den Frauen nur etwa 60 bis 70 Prozent. Ein schwacher Trost, wenn man selbst betroffen ist…

So unangenehm und störend für das Selbstverständnis der Haarausfall bei den Frauen wirkt, führt er doch seltener zu einer völligen Glatzenbildung – es bleibt meist bei diffusem Haarausfall.

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Copyright (Original) Belle Madame

Die Fakten

Bei Frauen und Männern gibt es bei allen offensichtlichen Unterschieden auch Gemeinsamkeiten.

Der Mensch hat etwa 100.000 bis 150.000 Haare auf dem Kopf. Die Anzahl ist genetisch bedingt und je nach Haarfarbe unterschiedlich, wobei blonde Menschen durchschnittlich die größte Zahl vorweisen können. Auch die Dicke der Haare variiert und ist genetisch vorgegeben.

Jedes einzelne Haar durchläuft in einem Zyklus drei Phasen – eine Wachstumsphase, die drei bis sieben Jahre andauern kann, eine Ruhephase und Abstoßungsphase. Dieser Zyklus kann sich bis zu zwölf Mal im Leben wiederholen. Da sich nicht alle Haare gleichzeitig in derselben Phase befinden, fallen täglich etwa 70 – 100 Haare aus, die Gesamtzahl bleibt annähernd konstant. Der Verlust von 70 – 100 Haaren täglich ist völlig unproblematisch und normal, da aus jeder noch intakten Haarwurzel normalerweise ein neues Haar nachwächst.

Ursachen für den Haarausfall

Erblich bedingter Haarausfall, bzw. androgenetische Alopezie

Die wohl häufigste Ursache für Haarausfall ist mit einem Anteil von über 90% die erblich bedingte Überempfindlichkeit gegen Androgene. Zu diesen männlichen Sexualhormonen gehört auch das Testosteron.

Aus Testosteron entsteht als Stoffwechselprodukt das Steroidhormon Dihydrotestosteron (DHT), das  die Haarfollikel angreift und somit störend in den Wachstumszyklus des Haares einwirkt – mit dem Resultat des Haarausfalls. Frauen haben einen anderen hormonellen Haushalt als Männer und nur einen Bruchteil des Testosterons. Aber selbst die geringere Menge des Stoffwechselproduktes DHT kann die Follikel schädigen.

Der Haarausfall vollzieht sich nicht schlagartig, sondern als ein schleichender Prozess, da sich die Haare nicht alle in der gleichen Entwicklungsphase befinden und zudem unterschiedlich stark auf die Wirkung von DHT ansprechen. Aufgrund der geringeren Menge an DHT kommt es bei Frauen meist nicht zu einer Glatzenbildung wie beim Mann, sondern eher zu einer Ausdünnung des Haares, die man auch als diffusen Haarausfall bezeichnet.

Für den androgenetischen Haarausfall ist zwar die erbliche Überempfindlichkeit gegen Androgene erforderlich, ausgelöst werden kann der Haarausfall durch hormonelle Ungleichgewichte, die durch Eierstockzysten, bestimmte Antibabypillen, Schwangerschaft und den Eintritt der Wechseljahre hervorgerufen werden können.

Alopecia areata – kreisrunder Haarausfall

Alopecia areata, oder der kreisrunde Haarausfall ist ein entzündlich bedingter Haarausfall, der meist am Kopf auftritt. Er kann völlig unvermittelt und in jedem Alter einsetzen, selbst bei Kindern. Man geht davon aus, dass es sich hierbei um eine Autoimmunreaktion handelt, bei der das eigene Immunsystem die Haarwurzeln als fremd ansieht und abstößt.

Es gibt bisher keine Erklärung dafür, was diese Reaktion auslöst. Stress wird oft als mögliche Ursache erwähnt, was jedoch bisher wissenschaftlich nicht eindeutig nachgewiesen werden konnte.

Da es sich um eine Autoimmunkrankheit handelt, sollte auf jeden Fall fachärztlicher Rat eingeholt werden. Weitere Informationen und Hilfe sowie eine Liste von Ärzten, die mit dieser Krankheit Erfahrung haben, finden sich auch auf der Internetseite einer Selbsthilfeorganisation.

Haarausfall als Nebenwirkung von Krebsbehandlungen

Eine Chemotherapie und Strahlenbehandlung bei Krebsleiden ist oft von Haarausfall als Nebenwirkung begleitet. Oft gehen sämtliche Körperhaare dabei verloren. Allerdings ist nicht jede Chemotherapie gleichermaßen aggressiv.

Für Patienten, die angesichts dieser Krankheit ohnehin einer großen psychischen Belastung ausgesetzt sind, ist dieser Verlust ein traumatisches Erlebnis. Zwar beginnen etwa einen Monat nach Beendigung der Therapie die Haare in der Regel wieder zu sprießen, wenn auch nicht in der gewohnten Farbe und zunächst stark gekräuselt. Individuell verschieden, vergeht immerhin ein halbes bis ganzes Jahr, bis man sich wieder mit dem eigenen natürlichen Haar sehen lassen möchte.

Für die meisten Krebspatienten ist es sehr wichtig, Abstand von der Krankheit gewinnen und sich im sozialen und beruflichen Umfeld bewegen zu können, ohne ständig mit mitleidigen Blicken und Fragen konfrontiert zu werden.

Glücklicherweise wird von den meisten Krankenkassen ein Zuschuss für eine Perücke bezahlt, so dass diese Patienten die haarlose Zeit – von der Umgebung weitgehend unbemerkt – überbrücken können.

Diffuser Haarausfall

Der diffuse Haarausfall beschränkt sich nicht auf bestimmte Stellen wie bei dem kreisrunden Haarausfall oder auf Geheimratsecken oder Tonsur, die bei dem androgenetischen Haarausfall typisch sind. Vielmehr dünnt das Haar in seiner Gesamtheit aus. Ein vollständiger Haarausfall tritt jedoch nur selten auf.

Die Ursachen für den diffusen Haarausfall können sehr unterschiedlich sein:

  • Genetische Disposition, siehe hierzu auch eine Studie der Universitäten Bonn und Düsseldorf
  • Psychische Ursachen wie Stress oder Depressionen
  • Hormonelle Veränderungen, etwa bedingt durch eine Fehlfunktion der Schilddrüse
  • bestimmte Medikamente wie Betablocker und ACE-Hemmer zur Blutdrucksenkung, Lipidsenkende Mittel (gegen hohe Cholesterinwerte)
  • Umweltschäden oder Vergiftungen durch Schwermetalle wie Quecksilber, Insektizide, Weichmacher in Kunststoffprodukten, aber auch UV Strahlung
  • Mangelhafte Ernährung, Unterversorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, einseitige oder extreme Diäten
  • Hauterkrankungen, wie z.B. Schuppenflechte (Psoriaris) oder eine Pilzinfektion

Werden die Ursachen rechtzeitig beseitigt, kann meist der Haarausfall gestoppt werden und im günstigsten Fall wachsen die Haare wieder nach.

Man sollte also beim Auftreten der Symptome schnell einen Facharzt aufsuchen, denn einmal abgestorbene Haarwurzeln sind für immer verloren.

Fazit

Haarausfall muss nicht unbedingt ein unabwendbares Schicksal bedeuten. Zunächst sollten die Ursachen von einem Dermatologen abgeklärt werden, da sie möglicherweise gut zu behandeln sind. Selbst ein genetisch bedingter Haarausfall kann unter Umständen medizinisch verzögert werden.

Als Ergänzung der Therapie oder Alternative dazu bieten sich Haarteile oder Toupets an. Ihr Zweithaar-Spezialist berät Sie umfassend bei der Auswahl Ihres Haarersatzes, passt ihn fachgerecht und perfekt in Farbe und Form an. So vermitteln Sie schnell wieder den Eindruck von Gesundheit und Vitalität und gewinnen Ihr Selbstbewusstsein zurück.

Insbesondere für Krebspatienten ist ein hochwertiger, echt wirkender Haarersatz sehr wichtig, um Abstand von der Krankheit zu gewinnen und schnellstmöglich wieder am sozialen und beruflichen Leben teilnehmen zu können.

Selbstvertrauen ist bei schwerer Krankheit enorm wichtig – Haarersatz nimmt Ihnen zumindest einige Ihrer Sorgen ab und kann somit zu einem erfolgreichen Heilungsprozess beitragen.

Nicht ohne Grund übernehmen die Krankenkassen zumindest einen Großteil der und mitunter auch die gesamten Kosten.

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